Ladungssicherung auf der Strasse

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Baustahlmatten 2

A 2, an einem Donnerstag im November 2009:

Ein Baustahlmatten Transport passierte mich an der Ausfahrt Wunstorf und wurde dann auf dem Parkplatz Bückethaler Knick, kurz vor Bad Nenndorf, kontrolliert.

Ergebnis vorweg:

Ich stufte den Sattelanhänger für diese Verladung als ungeeignet ein - eine Umladung musste erfolgen.

So sah er von hinten aus:

LM-Matten-02-01

Linke Seite: 2 Stapel, jeder mit 6 Zurrgurten niedergezurrt.

LM-Matten-02-02

Rechte Seite: nur Gurte - sonst nichts.

LM-Matten-02-03

Stirnwand: Kein Formschluss nach vorn. Es ein Rahmen an die Stirnwand geschweißt. In dem Fach befinden sich Ketten. Ausser dem Rahmen gibt es jedoch nur Sperrholzplatten.

LM-Matten-02-04

Die Mitte zwischen den Stapeln von links fotografiert. Das obere, rechte Paket ist schon nach hinten verrutscht. In der Seitenansicht sieht man, dass die Gurt oben weiter noch hinten gehen, also schräg verlaufen.

LM-Matten-02-05

Der Sattelanhänger hatte keine Zurrpunkte auf der Ladefläche. Unter der Ladefläche, am Rahmen, waren Zurrpunkte angeschweißt bzw. angeschraubt.

Zunächst versuchte ich, diese Punkte zu nutzen. Der Fahrer hatte 6 Ketten mit, 10mm, STF = 1.575 daN.

Dann führte ich eine kurze Berechnung durch:

Es handelte sich um 24.216 kg Baustahlmatten.

Baustahlmatten haben einen Gleitreibbeiwert von 0,2, was bedeutet, dass hier hohe Vorspannkräfte benötigt werden, wenn mit Kraftschluss (Niederzurren) gesichert werden soll.

Zurrgurte sind im übrigen weniger geeignet, weil die Matten sehr stark federn und die Ratsche da weniger Weg zum Spannen haben.

Besser sind da Winden mit Zurrdrahtseilen oder Ketten.

Berechnung-1

Berechnung-2

Von den neun Zurrpunkten werden zwei für ein “Kopfschlingen - Kreuz” mit 2 Ketten benötigt.

Dann bleiben noch 7 Zurrpunkte übrig.

Da konnten jedoch keine 16 Ketten eingehängt werden und der Rahmen ist zwar in den meisten Fällen zum Einhängen von Zurrgurten geeignet - die Ketten haben aber eine 3 bis 5 fache Vorspannkraft als die Ratschen, da sind Zurrpunkte erforderlich.

Im Gespräch mit dem polnischen Halter und auch mit seinem Spediteur war die Lösung dann, dass die Hälfte der Ladung dann am kommenden Montag auf einen anderen Sattelzug umgeladen wird.

Dann reichen die Zurrpunkte für die Ladung aus.

Der Fahrer hatte Glück im Unglück. Seine Tante aus Hamburg holte ihn übers Wochenende zu sich.

Am Montag erschien ein Autokran (250 €) und ein 2. Sattelzug der polnischen Firma (die Tante hatte den jungen Fahrer von Hamburg wieder zurückgebracht) und die Hälfte der Matten wurde umgeladen.

Mit einer Kette wurde eine Kopfschlinge nach vorn gelegt und mit 6 weiteren Ketten und 6 Zurrgurten die Ladung niedergezurrt. (Ja, die Ladung soll nur mit einer Zurrmittelart gesichert werden - aber das bezieht sich mehr auf die Direktzurrung als auf das Niederzurren.)

Der 2. Sattelzug hatte Formschluss nach vorn. Der Fahrer legte auch ARM aus (war nicht ganz erfolgreich weil zu wenig) und ebenfalls mit 6 Ketten und 6 Zurrgurten niedergezurrt.

Am Montag, gegen 15 Uhr, konnten beide Sattelzüge ihre Fahrt fortsetzen.

Übrigens:

Der polnische LKW Fahrer (22 Jahre alt) hat sich bei mir entschuldigt!)

LM-Matten-02-07
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